Flughafen Köln/Bonn: Erst mehr Lärm – jetzt mehr zahlen!
Nachtflug durch Ansiedlung von FedEx
Anfang 2008 verlängerte die CDU/FDP-Landesregierung ohne Not zusammen mit der SPD im Landtag die Nachtflugregelung bis 2030. Das war enttäuschend. Bei einer anderen Position der CDU hätte es erstmalig eine Mehrheit gegen eine Verlängerung des Nachtfluges im Landtag geben können. Stattdessen zogen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Minister Andreas Krautscheid, der Kreisvorsitzende der CDU im Rhein-Sieg-Kreis, zusammen mit dem inzwischen zurückgetretenen Verkehrsminister Oliver Wittke die Verlängerung durch.

Ein Frachtflugzeug MD-11 von FedEx (Foto: Alan Radecki)
Mit dabei: Die FDP unter ihrem ebenfalls aus dem Rhein-Sieg-Kreis kommenden Fraktionsvorsitzenden Gerhard Papke. Und natürlich auch die SPD – mit dem Troisdorfer Landtagsabgeordneten Achim Tüttenberg. Nicht einmal die nächtlichen Passagierflüge wurden verboten, wie im August 2007 noch einstimmig vom Landtag gefordert. Grund für diese Eile war die Ansiedlung der Firma FedEx, die nach damaligen Planungen den Flughafen 70 Mio. Euro für eine Frachthalle kosten sollte.
Anfang Juni 2009 nun die nächste bittere Pille: Die Halle kostet den Flughafen rund 100 Mio. Euro. Deswegen sank die Eigenkapitalquote des Flughafens gefährlich. Aber die Eigentümer aus Bund, Land und Stadt Köln halfen schnell. Kredite der Gesellschafter an den Flughafen wurden nun kurzerhand in Rücklagen umgewandelt, jeder Gesellschafter war mit rund 9,7 Mio. Euro dabei. Motto: Für mehr FedEx und mehr Lärm mehr zahlen – die Bürger wird’s freuen.
Infos zum Artikel
Kategorien: Flughafen Köln/Bonn und Luftverkehr
Schlagworte: Achim Tüttenberg, Andreas Krautscheid, FedEx, Flughafen, Fluglärm, Gerhard Papke, Jürgen Rüttgers, Nachtflug, Oliver Wittke
Nachfolgender Artikel:
Billige Polemik gegen barrierefreie Wohnungen in der Vila-Verde-Straße durch SPD
Vorangehender Artikel:
Mehr DSL für die Stadt!




