Jürgen Trittin: Aussteigerprogramm und Resozialisierung für gemäßigte FDP-Mitglieder

Jürgen TrittinAnlässlich ständig sinkender Beliebtheit der FDP fordert Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender: „Wir dürfen nicht länger tatenlos zuschauen, wie immer mehr unschuldige FDP-Basismitglieder durch Äußerungen und Auftreten ihrer Parteiführung und ihrer Regierungsmitglieder an den Rand der Gesellschaft geraten. Menschlichkeit und Mitgefühl über Parteigrenzen hinweg sind das Gebot der Stunde, gerade zur Osterzeit. Wir fordern deshalb ein bundesweites Aussteigerprogramm für gemäßigte FDP-Mitglieder.

In der nächsten Sitzungswoche werden wir einen entsprechenden Antrag in den Bundestag einbringen und alle Fraktionen auffordern, diesem zuzustimmen. Eine von der breiten Mehrheit des Deutschen Bundestages getragene Initiative wäre ein wichtiges Signal sowohl an Ausstiegswillige wie auch an die Mehrheitsgesellschaft: Der Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft ist auch für FDP-Mitglieder offen.

Das Aussteigerprogramm soll neben der Möglichkeit, in schweren Fällen mit einer neuen Identität jenseits der FDP noch einmal von vorn zu beginnen, speziell zugeschnittene Integrationskurse beinhalten. Der Schwerpunkt muss dabei auf der Vermittlung von grundlegenden Sozialkompetenzen und –verhalten liegen. Hierbei kann auf die Erfahrungen aus den Alphabetisierungskursen für Zuwanderer zurückgegriffen werden. Außerdem ist zu prüfen, ob es eine Verpflichtung zur Teilnahme am Anti-Egoismus-Training geben muss.

Unbedingt gestärkt werden muss auch die Prävention, insbesondere für Kinder. Kinder aus FDP-Familien sollten so früh wie möglich in Kitas gehen und dort im Umgang mit Kindern aus anderen Umfeldern auf spielerische Weise lernen, dass es eine Welt jenseits von Blau-Gelb gibt. Selbstverständlich müssen die Erzieherinnen speziell auf die Arbeit mit kleinen Besserwissern vorbereitet werden. In kindgerechten Sprachkurse soll den Kleinen vermittelt werden, dass nicht jeder Satz mit dem Wort ‚ich‘ beginnen muss. Dass es in diesen Kitas keine Guidomobile geben darf, ist selbstverständlich.“

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