Kommentar zur Koalition in Lohmar

„Politik ist in der Regel ein taktisches Geschäft des Gebens und Nehmens. Zumindest dann, wenn Wahlen keine eindeutigen Verhältnisse zeitigen und die Parteistrategen zwecks Machterhalt Partner suchen müssen. Oft fällt die Wahl aus Sicht des Stärksten auf das kleinste Übel. Wer nicht viel hat, kann auch nicht viel fordern. Der Mehrheitsbeschaffer kommt in den Genuss des Regierens – und darf sich in mehr oder weniger faule Kompromissen üben.

In Lohmar ist das anders. Dort koalieren mit der CDU und den Grünen die beiden stärksten Fraktionen. Und als große Koalition reichen sie der SPD die Hand, bieten den gebeutelten Genossen sogar den Posten eines Vize-Bürgermeisters an. Verkehrte Welt? Eher nicht. Horst Krybus und Horst Becker – Frontmänner der CDU – respektive der Grünen-Ratsfraktion – haben die Zeichen der Zeit erkannt und stellen die Politik für Lohmar auf eine breite Basis.

Zusammen erreichten beide Parteien bei der Kommunalwahl mit 65,2 Prozent der Wählerstimmen eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Mit Blick auf die Vergangenheit ist das schwarz-grüne Bündnis in Lohmar durchaus logische Konsequenz. Zumal mit Realpolitiker Horst Becker. Er hat seine Partei in Lohmar – und im Kreis – mit fundierter Politik hof- und regierungsfähig gemacht. Bleibt zu wünschen, dass sich die Koalition als Modell der Nachhaltigkeit bewährt.“

Andreas Stanetschek

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