Zwei Ganztagsschulen für den Rhein-Sieg Kreis reichen nicht

„Ganze zwei Ganztagsschulen für den Rhein-Sieg-Kreis, die gefördert werden – das ist deutlich zu wenig und zeigt, dass der Rhein-Sieg-Kreis in dieser Landesregierung stiefmütterlich behandelt wird“, so kommentiert Horst Becker, GRÜNER Landtagsabgeordneter aus Lohmar, die Ankündigung aus CDU-Kreisen, dass nur die Errichtung einer Ganztagshauptschule in Meckenheim und Troisdorf vom Land gefördert werden soll.

Horst Becker: Die Landesregierung rühmt sich öffentlich, die Einrichtung von Ganztagshauptschulen zu fördern, fordert umfangreiche Konzepte, nötigt die Schulen und Kommunen zu einer erheblichen organisatorischen Leistung und fördert dann in dem zweitgrößten Landkreis von NRW gerade einmal eine Ganztagshauptschule für jede Rheinseite. Das ist angesichts der Ankündigungen eine höchst peinliche Leistung!

Besonders fragwürdig ist diese Vorgehensweise auch deswegen, weil von dem im Regierungsbezirk Köln geförderten 16 Ganztagsschulen allein schon drei aus dem kleineren Aachen und drei aus dem ebenfalls kleineren Rhein-Erft-Kreis kommen. Offensichtlich sind die Kriterien der Vergabe durch die Landesregierung sehr einseitig ausgerichtet worden. Dass Städte wie Siegburg oder Lohmar trotz umfangreicher Vorarbeiten von Lehrerinnen und Lehrern, Schulkonferenz sowie Rat und Verwaltung nicht berücksichtigt wurden, ist nicht nur ein Ärgernis, sondern hat auch viel überflüssige Bürokratie und Arbeit produziert.

Dies ist umso schlimmer, weil keinerlei objektive Entscheidungskriterien vorgelegen haben oder nun zusammen mit überprüfbaren Bewertungen vorgelegt worden sind. Diese Ungereimtheiten bei der Vergabe setzen sich fort, wenn die Regierungsbezirke betrachtet werden. Hier fällt auf, dass von den gefördert 80 Hauptschulen 22 im Regierungsbezirk Düsseldorf liegen, jeweils 16 in Köln, Münster und Arnsberg und 10 im Reg.Bez. Detmold. Wie sich diese Vergabe z.B. damit verträgt, dass im Reg.Bez Köln 4,5 Mio. Menschen leben und im Reg.Bez. Münster nur 2,6 Mio. erschließt sich nicht.

Ingesamt ist festzustellen: Der Regierungsbezirk Köln wurde bei der Vergabe von Fördergenehmigungen schlecht berücksichtigt und innerhalb des Reg.Bez. der Rhein-Sieg-Kreis ebenfalls. Nach den unterdurchschnittlichen Förderquoten für die Familienzentren ist dies nun der 2. Fall innerhalb kürzester Zeit. Die CDU im Kreis muss endlich ein höheres Durchsetzungsvermögen entwickeln und mit dafür sorgen, dass die wenigen Mittel, die trotz großspuriger Ankündigungen der Landesregierung letztendlich überhaupt verteilt werden, nicht weiter am Kreis vorbei fließen!

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